Vortrag 21.05.2026, 18:15 Uhr, Prof. Dr. Julia Hillner – Sinn oder Sinnlichkeit: Kaiserliche Ehen in der Spätantike

Donnerstag, den 21. Mai 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal I, AVZ III, Römerstraße 164, Bonn

Prof. Dr. Julia Hillner (Universität Bonn)

Sinn oder Sinnlichkeit: Kaiserliche Ehen in der Spätantike

In jeder Monarchie spiegeln die Wahl des Ehepartners durch den Herrscher sowie die Entscheidungen darüber, mit wem Verwandte verheiratet werden, das Selbstverständnis dieses Regimes wider. So zeigen beispielsweise isogame Heiratspraktiken, dass sich Herrscher in ihre Aristokratie zu integrieren suchen, exogame, dass ein Herrscher Wert darauf legt, Teil eines Netzwerks diplomatischer Beziehungen oder Bündnisse mit anderen Herrschern zu sein, während Endogamie darauf abzielt, die soziale Sonderstellung der Herrscherfamilie zu unterstreichen. Die Heiratsstrategien der römischen Kaiser müssen aus dieser Perspektive noch systematisch erforscht werden. Dieser Vortrag widmet sich der Brautwahl spätantiker Kaiser, von der Tetrarchie bis zu Phokas (602-610 u. Z.). Dabei geht es zum einen darum, aus dieser Wahl Strategien im obigen Sinne abzuleiten, um das Selbstverständnis des spätantiken Kaisertums näher zu beleuchten. Auf der anderen Seite sollen Geschichten von spätantiken Kaisern, die angeblich aus Liebe heirateten, in ihre historischen Zusammenhänge eingeordnet werden.

Konsulardiptychon des Iustinus (kurz vor 540), Detail: kaiserliches Ehepaar zu Seiten Christi

Bildnachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / SBM Archivaufnahme Public Domain Mark 1.0 (mit verändertem Ausschnitt)

Vortrag 30.04.2026, 18:15 Uhr, Prof. Dr. Ortwin Dally – Forschungen zur Topographie des Kapitols

Donnerstag, den 30. April 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal der Klassischen Archäologie, AVZ III, Römerstraße 164, Bonn

Prof. Dr. Ortwin Dally (DAI Rom)

Forschungen zur Topographie des Kapitols. Neue Einblicke in die Stadtgeschichte Roms in Antike, Mittelalter und Neuzeit

Der Vortrag stellt die vorläufigen Ergebnisse des Forschungsprojekts der
Sovrintendenza Capitolina ai Beni Culturali und des Deutschen
Archäologischen Instituts vor zur archäologischen und bauhistorischen
Geschichte des südlichen Hälfte des Kapitols. Die Ausgrabungen im Garten
des Instituto di Corrispondenza Archeologica und des ehemaligen
protestantischen Hospitals eröffnen uns eine neue Perspektive auf die
wichtigsten Phasen der kulturhistorischen Entwicklung Roms: das Heiligtum
des Jupiter Optimus Maximus, das Mittelalter, das 16. und 17. Jahrhundert
und schließlich das 19. Jahrhundert, als der westliche Gipfel des Hügels
in den Besitz Preußens überging – eine Voraussetzung für die Gründung des
Instituto di Corrispondenza Archeologica als Vorgänger des Deutschen
Archäologischen Instituts.

Kapitol Orthomosaik mit Massstab

Bildnachweis: DAI Rom/Sovrintendenza Capitolina ai Beni Culturali, D. Nepi/D. Gauss

Vortrag 16.04.2026, 18:15 Uhr, Dr. des. Anna Klara Falke – Römische Brücken im Vorderen Orient

Donnerstag, den 16. April 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal der Klassischen Archäologie, AVZ III, Römerstraße 164, Bonn

Dr. des. Anna Klara Falke, LVR-Landesmuseum Bonn

Römische Brücken im Vorderen Orient

Für die Infrastruktur in römischer Zeit bildeten Brücken eine wichtige Grundlage, um natürliche Hindernisse zu überwinden. Steinerne Brücken mit Rundbögen sind auch heutzutage noch vielerorts sichtbar. Diese Bautechnik verbreitete sich in den römischen Provinzen, so auch im Vorderen Orient. Dort sind es vor allem Wadis, die nicht ganzjährig Wasser führen, die überspannt werden mussten. Dementsprechend wurde der Brückenbau in der Region angepasst und weist einige Besonderheiten auf. Besonders gut nachvollziehen lässt sich dies an der Nordost-Brücke in Bet She’an im heutigen Israel, die innerstädtisch errichtet wurde und schräggestellte Pfeiler besitzt. Im Vortrag wird diese Brücke im Kontext des römischen Brückenbaus in der Region vorgestellt.


Nordost-Brücke in Bet She’an (Israel)
Copyright: Anna Klara Falke