Vorträge 2021

Folgende Vorträge sind für das Jahr 2021 vorgesehen. Die Termine werden veröffentlicht, sobald dies aufgrund der Corona-Pandemie wieder möglich ist. Wir informieren Sie hier auf unserer Webseite über weitere Änderungen.

 

Dr. Erich Claßen (Bonn, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland)

Archäologie und Bodendenkmalpflege im Rheinland anhand aktueller Beispiele

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Aufgaben und Ziele der rheinischen Bodendenkmalpflege. Beispiele erläutern die Arbeitsweise der Archäologen und präsentieren ausgewählte neue Erkenntnisse zu unterschiedlichen Epochen.

 

Prof. Dr. Gunnar Seelentag (Universität Hannover)

Das Kartell. Ein Modell soziopolitischer Organisation im frühen Griechenland

Die griechische Gesellschaft war von Konkurrenz geprägt, und vieles spricht dafür, dass die Welt in Gegensätzen wahrgenommen wurde. Die Einrichtung von Tyrannenherrschaften, die Vertreibung von unterlegenen politischen Gruppierungen in die Verbannung oder in neu gegründete Kolonien und zahlreiche Bürgerkriege sind Ausdruck tiefgreifender Konflikte. Im Vortrag soll nach den Interessen der Akteure gefragt werden. Warum haben sie in manchen Situationen auf gewisse Formen verzichtet, Konkurrenz auszutragen? Ergaben sich daraus Anstöße für eine zunehmende Institutionalisierung, um solche Lösungswege zukünftig abzusichern? Lassen sich zur Erklärung ihres Verhaltens das von Georg Simmel entwickelte Modell des ‚Kartells‘ und spieltheoretische Überlegungen heranziehen? Diesen Fragen soll an ausgewählten Beispielen nachgegangen werden.

 

Dr. Detlef Jantzen (Schwerin, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege)

Krieg und Gewalt vor 3.300 Jahren. Das bronzezeitliche Schlachtfeld im Tollensetal, Mecklenburg-Vorpommern

Im Tal des Flüsschens Tollense (Mecklenburg-Vorpommern) wurden die Überreste von mindestens 130 Menschen und fünf Pferden aus der Zeit um 1250 v. Chr. entdeckt. Die Verletzungen an den Menschenknochen zeugen von einem tödlichen Kampf, der mit Pfeil und Bogen, mit Stichwaffen und mit Holzkeulen ausgetragen wurde. Die Größenordnung des Konfliktes erinnert an Kriege, die in den antiken Schrift- und Bildquellen des Mittelmeerraumes beschrieben werden.

 

Professor Dr. Salvatore Ortisi (Ludwig-Maximilians-Universität

Rom in Germanien. Kalkriese und die Varusschlacht

Die Provinzialisierung des rechtsrheinischen Germanien fand im Jahre 9 n. Chr. mit dem Untergang des Statthalters Varus und seiner Armee in der Niederlage im Teutoburger Wald ein abruptes Ende. Selbst die späteren verlustreichen Feldzüge des Germanicus änderten nichts daran: Der Rhein blieb über vierhundert Jahre die Grenze zwischen Rom und dem freien Germanien. Seit Jahrhunderten versuchen Gelehrte, den Ort der Varusschlacht zu lokalisieren. Mit der Entdeckung eines Kampfplatzes der augusteischen Zeit in Kalkriese 1987 findet die Annahme Bestätigung, der entscheidende Kampf habe nördlich von Osnabrück, zwischen Wiehengebirge und Großem Moor stattgefunden. Der Vortrag gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur römischen Militärpräsenz in Germanien und die aktuellen Forschungen auf dem Schlachtfeld.

 

Professor Dr. Johanna Fabricius (Freie Universität Berlin)

Gegen Erbschleicherei und Bürgerrechtsbetrug. Zur Markierung von Verwandtschaftsbeziehungen durch Lutrophorenmonumente an athenischen Gräbern der Klassik

Eine neue Deutung der klassischen attischen Marmorlutrophoren kann erstmals zahlreiche Eigentümlichkeiten dieser vieldiskutierten Grabmonumente erklären: Ihre geringe Häufigkeit, ihre männlich geprägte Ikonographie sowie die Art ihrer Aufstellung innerhalb der Grabbezirke. Die Überlieferung der attischen Gerichtsreden verweist auf die spezielle Funktion der Lutrophoren in Erbschaftsangelegenheiten.