Vorträge 2017

Hier finden Sie das Vortragsprogramm für das Jahr 2017:

 

Donnerstag, 26. Januar 2017, 18 Uhr c.t.
Prof. Dr. Svend Hansen (Berlin)

Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums Bonn, Am Hofgarten 21

Neue Forschungen im Kaukasus vom Neolithikum bis in die Bronzezeit

Der Kaukasus ist ein europäischer Faszinationsort. Er ist Grenze ebenso wie verbindende Brücke zwischen Europa und Asien. Er ragt über 5600 Meter auf, sein biologischer Artenreichtum, die Vielfalt an Sprachen und Völkern und der Reichtum an Bodenschätzen sind legendär. Die Griechen erzählten, dass Iason und die Argonauten hier das goldene Vlies erbeutet hatten. Am Kaukasus war auch Prometheus angekettet, als Strafe weil er Zeus überlistet hatte. Im Vortrag werden vor allem neuere archäologische Forschungen vorgestellt, die die Zeit von den ersten sesshaften Bauern bis zu den bronzezeitlichen Kulturen beleuchten. Dabei wird die Bedeutung der Kaukasusregion für die Kulturentwicklung Europas und Westasiens skizziert.

 

Donnerstag, 23. März 2017, 18 Uhr c.t.
Herr Dr. Andreas Rau (Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie, Landesmuseen Schloss Gottorf)

Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums Bonn, Am Hofgarten 21
Der Opferplatz von Nydam und die Kriegsbeuteopfer Südskandinaviens

Die Opferplätze mit Kriegsbeute der römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit in Südskandinavien bilden eine faszinierende, vielschichtig interpretierbare Quellengruppe. Sie erweitern durch hervorragende Erhaltungsbedingungen unsere Kenntnis materieller Kultur erheblich und ermöglichen bedeutende ereignisgeschichtliche, sozialgeschichtliche und ritualgeschichtliche Aussagen zu den „nördlichen Barbaren“. Ausgangspunkt des Vortrages bildet der Fundplatz von Nydam in Südjütland, der sowohl im neunzehnten als auch am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts umfangreiche archäologische Untersuchungen erfahren hat.

 

Donnerstag, 27. April 2017, 18 Uhr c. t.

Prof. Dr. Martin Guggisberg (Universität Basel)

Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums Bonn, Am Hofgarten 21

Kontakt, Austausch, Abwehr. Einheimische und Griechen im Spiegel der eisenzeitlichen Nekropole von Francavilla Marittima bei Sybaris in Kalabrien

Die am Golf von Tarent in Süditalien gelegene Siedlung von Francavilla Marittima, eine Nachbarin des 720 v. Chr. gegründeten Sybaris, spielte eine wichtige Rolle im Zeitalter der griechischen und phönizischen Kolonisation. Aus der Siedlung, aus dem Heiligtum auf der Akropolis und aus der von der Universität Basel untersuchten Nekropole stammt reiches Fundmaterial. Es spiegelt anschaulich die kulturelle Auseinandersetzung zwischen Einheimischen und Kolonisten wider.

 

Donnerstag, 11. Mai 2017, 18 Uhr c. t.

Dr. Fraser Hunter (Edinburgh, National Museums Scotland)

Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums Bonn, Am Hofgarten 21

The Iron Age Carnyx. A Celtic Musical Journey from Bonn to India

Recent research has revealed that a nineteenth-century find from Abentheuer (Kr. Birkenfeld), now in the LVR-Landesmuseum Bonn, is a very rare fragment of a carnyx, an Iron Age animal-headed bronze horn. Carnyces were once widespread across Celtic Europe, and were feared by the Roman legions who faced them in battle, but only twenty fragments now survive. This talk will travel from Scotland to India to find out about this remarkable Iron Age instrument.

 

Donnerstag, 22. Juni 2017, 18 Uhr c. t. 

Dr. Ulrich Mania (DAI Istanbul)

Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums Bonn, Am Hofgarten 21

Antike Gymnasien als Räume eines kollektiven Gedächtnisses

Städte stellen mit ihrer Vielzahl von Gebäuden und ihrer jeweiligen Topographie ein komplexes Zeichensystem dar, das vom jeweiligen Betrachter entsprechend seines Erfahrungs-, Wissens- und Zeithorizonts ganz unterschiedlich wahrgenommen wurde. Für die Interpretation und Deutung antiker Architektur ergeben sich daraus erhebliche Konsequenzen, denn es geht nicht allein darum, die mit der Errichtung von Bauten intendierten Botschaften zu entschlüsseln, sondern auch der Frage nachzugehen, wie die Bauwerke und ihre Ausstattung von den Zeitgenossen und späteren Rezipienten wahrgenommen wurden. Ein Modell, das für die Beantwortung solcher Fragen hilfreich eingesetzt werden kann, ist die Vorstellung, dass gebaute Umwelt „Erinnerungsräume“ erzeugt, in denen sich für bestimmte Gruppen eine kollektive Identität konstituiert. In meinem Vortrag möchte ich der Frage nachgehen, was antike Gymnasien zu diesem Thema beitragen können.

 

Donnerstag, 6. Juli 2017, 18 Uhr c. t. 

Christoph Keller M.A., Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland

Vortragssaal des LVR-Landesmuseums Bonn, Colmantstr. 14-16

Cäsarius‘ Kloster. Heisterbach im Blick der Archäologie

Das Zisterzienserkloster Heisterbach – im Siebengebirge bei Bonn gelegen – war die Heimat des Mönchs und Schriftstelles Cäsarius. Hier fanden zwischen 2009 und 2011 umfangreiche archäologische Untersuchungen statt. Der Vortrag stellt die Ergebnisse vor, die neue Einblicke in die Entstehung und Entwicklung des Klosters geben.

 

Donnerstag, 28. September 2017, 18 Uhr c.t.

Dr. Manuela Mirschenz (Bonn)

Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums Bonn, Am Hofgarten 21

Der Rhein als europäische Verkehrsachse

Antike und mittelalterliche Flusshäfen gab es vielerorts, aber sie sind nur selten nachgewiesen. Das Verbundprojekt „Der Rhein als europäische Verkehrsachse“ im DFG-Schwerpunktprogramm „Häfen von der römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter“ betreibt dazu seit 2012 Grundlagenforschung in einem etwa 250 Flusskilometer langen Abschnitt an Mittel- und Niederrhein. Geomorphologische Rekonstruktionen, archäologische Relikte, historische Überlieferungen und Einsichten in ökonomische Zusammenhänge verdichten sich bei diesen Forschungen inzwischen zu einem klareren Bild. Es gibt besondere Herausforderungen und Herangehensweisen der Hafenarchäologie im Rheinland und überraschende Erkenntnisse.

 

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 18 Uhr c.t.
Dr. Ulrike Ehmig (Heidelberg)
Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums Bonn, Am Hofgarten 21
Von Garum bis Farbstoff: Mediterrane Importe nach Köln im Licht der tituli dort gefundenener Amphoren

Keine andere Fundstelle in den nordwestlichen Provinzen des römischen Reiches hat so viele Amphorenscherben mit Aufschriften zu Tage gefördert wie jene der Stadtbahngrabung am Kurt-Hackenberg-Platz in Köln. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Vielfalt mediterraner Produkte, die das römische Köln im mittleren 1.Jh.n.Chr. erreichten, und vergleicht die Fülle mit den Funden aus anderen Städten nördlich der Alpen. Dabei wird auch die in der Forschung noch kaum behandelte Frage diskutiert, weshalb Amphoren überhaupt in der betreffenden Form beschriftet waren.

 

Donnerstag, 9. November 2017, 18 Uhr c.t.
Prof. Oldenstein (Mainz)
Hörsaal des Akademischen Kunstmuseums Bonn, Am Hofgarten 21
Kastell Alzey

Das Kastell von Alzey wurde um 370 n. Chr. unter Kaiser Valentinian I. unweit der gleichnamigen Siedlung errichtet, als man die römische Grenze im Nordwesten neu formierte. Im selben Zuge entstanden am Rhein die Kastelle Bingen, Horburg im Elsass und Boppard, wo ebenfalls Eliteeinheiten des römischen Bewegungsheeres standen. Um 400 beschädigten Germanen das schon verlassene Lager, und gegen 413 wurden dort burgundische Föderaten angesiedelt. Sie gründeten ein eigenes Reich, das aber schon im Jahr 436 zerschlagen wurde. Zwischen 450 und dem Ende des Westreiches in den siebziger Jahren siedelten im Lager Alamannen in römischen Diensten, die jedoch nur geringe Spuren hinterlassen haben. Das Gebiet am Rhein stand danach lange unter der Herrschaft der Franken.