Vortrag 30.04.2026, 18:15 Uhr, Prof. Dr. Ortwin Dally – Forschungen zur Topographie des Kapitols

Donnerstag, den 30. April 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal der Klassischen Archäologie, AVZ III, Römerstraße 164, Bonn

Prof. Dr. Ortwin Dally (DAI Rom)

Forschungen zur Topographie des Kapitols. Neue Einblicke in die Stadtgeschichte Roms in Antike, Mittelalter und Neuzeit

Der Vortrag stellt die vorläufigen Ergebnisse des Forschungsprojekts der
Sovrintendenza Capitolina ai Beni Culturali und des Deutschen
Archäologischen Instituts vor zur archäologischen und bauhistorischen
Geschichte des südlichen Hälfte des Kapitols. Die Ausgrabungen im Garten
des Instituto di Corrispondenza Archeologica und des ehemaligen
protestantischen Hospitals eröffnen uns eine neue Perspektive auf die
wichtigsten Phasen der kulturhistorischen Entwicklung Roms: das Heiligtum
des Jupiter Optimus Maximus, das Mittelalter, das 16. und 17. Jahrhundert
und schließlich das 19. Jahrhundert, als der westliche Gipfel des Hügels
in den Besitz Preußens überging – eine Voraussetzung für die Gründung des
Instituto di Corrispondenza Archeologica als Vorgänger des Deutschen
Archäologischen Instituts.

Kapitol Orthomosaik mit Massstab

Bildnachweis: DAI Rom/Sovrintendenza Capitolina ai Beni Culturali, D. Nepi/D. Gauss

Vortrag 16.04.2026, 18:15 Uhr, Dr. des. Anna Klara Falke – Römische Brücken im Vorderen Orient

Donnerstag, den 16. April 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal der Klassischen Archäologie, AVZ III, Römerstraße 164, Bonn

Dr. des. Anna Klara Falke, LVR-Landesmuseum Bonn

Römische Brücken im Vorderen Orient

Für die Infrastruktur in römischer Zeit bildeten Brücken eine wichtige Grundlage, um natürliche Hindernisse zu überwinden. Steinerne Brücken mit Rundbögen sind auch heutzutage noch vielerorts sichtbar. Diese Bautechnik verbreitete sich in den römischen Provinzen, so auch im Vorderen Orient. Dort sind es vor allem Wadis, die nicht ganzjährig Wasser führen, die überspannt werden mussten. Dementsprechend wurde der Brückenbau in der Region angepasst und weist einige Besonderheiten auf. Besonders gut nachvollziehen lässt sich dies an der Nordost-Brücke in Bet She’an im heutigen Israel, die innerstädtisch errichtet wurde und schräggestellte Pfeiler besitzt. Im Vortrag wird diese Brücke im Kontext des römischen Brückenbaus in der Region vorgestellt.


Nordost-Brücke in Bet She’an (Israel)
Copyright: Anna Klara Falke

Vortrag 26.02.2026, 18:15 Uhr, Julia Rücker, Lisa Meffire, Frank Willer – Neue Erkenntnisse zur Bronzezeit

Donnerstag, den 26. Februar 2026, 18:15 Uhr

Vortragssaal des LVR-LandesMuseums Bonn

Julia Rücker, Lisa Meffire und Frank Willer

Neue Erkenntnisse zur Bronzezeit – Der Lanzenspitzenhort von Voerde Spellen, Kr. Wesel

Im Jahr 2019 wurde dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland ein außergewöhnlicher spätbronzezeitlicher Hortfund (900 bis 800 v. Chr.) gemeldet. Der Lanzenspitzenhort von Voerde Spellen umfasst ca. 50 rekonstruierbare Lanzenspitzen und hebt sich durch seine hohe Anzahl und ein Gesamtgewicht von etwa 5 kg von anderen Deponierungen am Niederrhein ab. Er ist auch überregional als herausragend bronzereicher Hort zu bezeichnen und stellt in der Spätbronzezezit ein beträchtliches Vermögen dar.

Bei der restauratorischen Konservierung im LVR-LandesMuseum Bonn zeigte sich, dass die Lanzenspitzen ungewöhnlich qualitätvoll gearbeitet sind. Metallanalysen und Untersuchungen von Tonkernen wurden durchgeführt, um technische Fragen und die Herkunft des Metalls zu klären. Die ungewöhnliche Kombination aus Bronze und Eisen an einer Lanzentülle gibt neue Einblicke in die metallurgischen Entwicklungen sowie den Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit am Unteren Niederrhein. Der Fundort, nahe des Rheins und der Lippemündung, spielte eine zentrale Rolle im Handelsnetz und zeigt eine auffällige Konzentration von spätbronzezeitlichen Metallfunden entlang der Flüsse, die mit aller Vorsicht als Hortungslandschaft bezeichnet werden kann.

Lanzenspitzenhort von Voerde-Spellen, Kr. Wesel (Foto: Jürgen Vogel/LVR-LandesMuseum Bonn)