Vortrag 19.05.2022, 18:00 Uhr Thomas Stöllner, Tod im Salz

Donnerstag, 19. Mai 2022, 18:00 Uhr

Prof. Dr. Thomas Stöllner (Ruhr-Universität Bochum und Deutsches Bergbau-Museum Bochum)

Klassische Archäologie und Akademisches Kunstmuseums, Römerstraße 164, 53117 Bonn

 

Tod im Salz

Einblicke in eine antike Bergbaukatastrophe
und in die Wirtschaftsgeschichte des antiken Persien

Im Winter 1993 wurden einzigartige Salzmumienfunde am Salzberg Douzlakh bei Chehrabad in der Provinz Zanjan (Nordiran) geborgen. Neue Funde 2004 und 2005 sowie interdisziplinäre und internationale Forschungen und montanarchäologische Ausgrabungen beleuchten das dortige Salzbergwerk in der Zeit der persischen Großkönige. Die Siedlungs- und Landschaftsgeschichte der Region und deren Beziehung zum Bergwerk zeigt das Funktionieren der Grube und ihre Versorgung, die Gewinnung von Arbeitskräften, teilweise aus weit entfernten Gegenden, und die wirtschaftliche Bedeutung der Anlage. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehen mehrere archäologisch überlieferte Grubenunglücke um 400 v. Chr. Am Deutschen Bergbau-Museum Bochum wurde im April 2021 hierzu die Sonderausstellung „Death at Salt“ eröffnet.

Vortrag 28.04.2022, 18:15 Uhr: Patric-Alexander Kreuz, Vielfalt im Verborgenen

Donnerstag, 28. April 2022, 18:15 Uhr

Prof. Dr. Patric-Alexander Kreuz (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Hörsaal des AVZ III, Römerstraße 164, 53117 Bonn. Derzeit gilt dort die 2G-plus-Regel. Eintritt für AV-Mitglieder frei.

Vielfalt im Verborgenen

Annäherungen an römische Stadtbilder Norditaliens

Der Beginn römischer Herrschaft bedeutete für Norditalien eine Epoche intensiver Urbanisierung. Koloniegründungen, indigene Zentren und kleinere Siedlungen entwickelten sich in den Folgejahrhunderten dynamisch und sind aus zahlreichen, wenn auch nur ausschnitthaften Befunden vergleichsweise gut bekannt. Das Erscheinungsbild dieser Städte wird dagegen bislang bei der archäologischen Bewertung wenig thematisiert. Einige der greifbaren Facetten dieser Kategorie römischer Urbanistik werden aufgezeigt

Vortrag 10.03.2022, 18:15 Uhr: Erich Claßen, Der Weg zum UNESCO-Welterbe Niedergermanischer Limes

Donnerstag 10. März 2022, 18:15 Uhr

Dr. Erich Claßen (Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland)

LVR-Landesmuseum, Colmantstraße 14–16, 53115 Bonn. Derzeit gilt dort die 2G-plus-Regel. Eintritt für AV-Mitglieder frei.

Der Weg zum UNESCO-Welterbe Niedergermanischer Limes

Verfahren, Forschung, Vermittlung

Der Niedergermanische Limes war eine der wichtigsten Grenzen des Römischen Reiches; das Rheinland für die Kaiser und ihre Legionen, ja für das ganze Imperium Romanum, von zentraler und überlebenswichtiger Bedeutung. Bedeutende Städte und vielfältige Kulturlandschaften sind daraus entstanden und sie prägen unsere Tradition am Rhein noch heute. Herausragende archäologische Denkmäler zeugen davon und sind gerne und viel besuchte Orte. 2021 wurde auch der Niedergermanische Limes als UNESCO-Welterbe eingetragen, nachdem bereits die antiken Nachbargrenzen in Großbritannien (Hadrian‘s Wall, 1986; Antonine Wall, 2008) und der Obergermanisch-Rätische Limes zwischen Rheinbrohl und Eining an der Donau (2005) Welterbe-Status erlangt haben. Die Mehrheit der Stätten am Niedergermanischen Limes sind bereits seit einigen Jahrzehnten eingetragene Bodendenkmäler. Spektakuläre Entdeckungen haben diesen Schatz durch gezielte Forschungen in den letzten Jahren aber noch einmal erweitert. Hierüber und über das Antragsverfahren bei der UNESCO berichtet der für die fachliche Umsetzung in Nordrhein-Westfalen Verantwortliche.