Vortrag 16.04.2026, 18:15 Uhr, Dr. des. Anna Klara Falke – Römische Brücken im Vorderen Orient

Donnerstag, den 16. April 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal der Klassischen Archäologie, AVZ III, Römerstraße 164, Bonn

Dr. des. Anna Klara Falke, LVR-Landesmuseum Bonn

Römische Brücken im Vorderen Orient

Für die Infrastruktur in römischer Zeit bildeten Brücken eine wichtige Grundlage, um natürliche Hindernisse zu überwinden. Steinerne Brücken mit Rundbögen sind auch heutzutage noch vielerorts sichtbar. Diese Bautechnik verbreitete sich in den römischen Provinzen, so auch im Vorderen Orient. Dort sind es vor allem Wadis, die nicht ganzjährig Wasser führen, die überspannt werden mussten. Dementsprechend wurde der Brückenbau in der Region angepasst und weist einige Besonderheiten auf. Besonders gut nachvollziehen lässt sich dies an der Nordost-Brücke in Bet She’an im heutigen Israel, die innerstädtisch errichtet wurde und schräggestellte Pfeiler besitzt. Im Vortrag wird diese Brücke im Kontext des römischen Brückenbaus in der Region vorgestellt.

Copyright: Anna Klara Falke

Vortrag 22.01.2026, 18:15 Uhr, Dr. Viktoria Räuchle – Chain My Heart! Der gefesselte Eros in der griechisch-römischen Bilderwelt und Literatur

Donnerstag, den 22. Januar 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal der Klassischen Archäologie, AVZ III, Römerstraße 164, Bonn

Dr. Viktoria Räuchle, Universität München

Chain My Heart!

Der gefesselte Eros in der griechisch-römischen Bilderwelt und Literatur

Das Motiv des gefesselten und damit für das Quälen der unglücklich Verliebten bestraften Liebesgottes kennt die hellenistische und kaiserzeitliche Bilderwelt und Literatur in verschiedensten Gattungen und Zusammenhängen. In dieser Figur verdichten sich Bedeutungen auf unterschiedlichen Ebenen zu einem Panoptikum des Begehrens, das sich aus universalen Aspekten affektiver Erfahrung speist und dabei zugleich in hohem Maße von kulturspezifischen Liebeskonzepten sowie literarischen und visuellen Traditionen geprägt ist. Dieses Motiv bietet Möglichkeiten einer Erörterung über das Wesen der Liebe zwischen göttlicher Macht und Affekt, über die Fesseln der Leidenschaften und die Ketten der Vernunft, über universale und zeitgebundene Aspekte des Begehrens und über die Verstrickungen konkreter und metaphorischer Bedeutungen in der antiken Bildsprache.

Der gefesselte Eros. Marmorstatue. Hannover, Sammlung Wallmoden
Mit Genehmigung S.k.H. des Prinzen von Hannover, Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg. Photo Stephan Eckardt, Göttingen

Vortrag 12.12.2025, 18:15 Uhr, Prof. Dr. Diamantis Panagiotopoulos – Der minoische Stiersprung

Donnerstag, den 12. Dezember 2025, 18:15 Uhr

Hörsaal der Klassischen Archäologie, AVZ III, Römerstraße 164, Bonn

Prof. Dr. Diamantis Panagiotopoulos (Universität Heidelberg)

Der minoische Stiersprung

Anatomie eines frühägäischen Rituals

Innerhalb der faszinierenden Bilderwelt aus der Blütezeit der minoischen Kultur sticht ein Motiv so deutlich hervor, dass es geradezu zum visuellen Emblem des Palastes von Knossos wurde: die atemraubende Begegnung zwischen wagemutigen jungen Akrobaten und dem ungezähmten Stier. Zwar kennt auch die übrige Alte Welt Darstellungen dieses archaischen Duells – doch nur auf dem bronzezeitlichen Kreta verdichtete sich das Thema zu einem ästhetisch und symbolisch überaus kraftvollen Leitmotiv. Nach mehr als einem Jahrhundert intensiver Forschung und einer Fülle an Deutungsversuchen wird im Vortrag eine neue Interpretation gewagt, welche die identitätsstiftende Bedeutung dieses Bildthemas für die minoische Elite in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Stiersprung