Vortrag 19.11.2026, 18:15 Uhr, Dr. Lilli Zabrana – Jenseits des Tempels: Neue Einblicke in Temenos und Territorium des Artemisions von Ephesos

Donnerstag, den 19. November 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal I des AVZ III, Römerstr. 164, 53117 Bonn

Dr. Lilli Zabrana, MSc (ÖAW Wien)

Jenseits des Tempels: Neue Einblicke in Temenos und Territorium des Artemisions von Ephesos

 

In der über 150-jährigen Forschungsgeschichte des Artemisions von Ephesos stand seit seiner Wiederentdeckung im 19. Jh. vor allem der Tempel der Artemis im Zentrum des archäologischen Interesses. Der ihn umgebende, ehemals dicht bebaute heilige Bezirk blieb hingegen weitgehend unbeachtet. Jüngste Forschungen zeigen jedoch, dass der Artemistempel nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern als integraler Bestandteil eines vielschichtigen urbanen Gefüges zu verstehen ist, das kultische, administrative, soziale und wirtschaftliche Funktionen miteinander verband. Im Fokus der aktuellen Arbeiten des Österreichischen Archäologischen Instituts stehen daher vor allem die bauliche Gestaltung des heiligen Bezirks sowie die Besitzungen des Heiligtums im gesamten Kaystros-Tal.

Aktueller Zustand des Artemis-Heiligtums von Ephesos (© ÖAW-ÖAI, Niki Gail)

Vortrag 15.10.2026, 18:15 Uhr, Dr. Gabriel Heeren – Ziegel und Terra Sigillata aus Sinzig. Die römische Besiedlung im Rhein-Ahr-Gebiet

Donnerstag, den 15. Oktober 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal I des AVZ III, Römerstr. 164, 53117 Bonn

Dr. Gabriel Heeren (Museum Schloss Sinzig)

Ziegel und Terra Sigillata aus Sinzig. Die römische Besiedlung im Rhein-Ahr-Gebiet

Das Museum Schloss Sinzig hat den Auftrag, das kulturelle Erbe im Rhein-Ahr-Gebiet zu sammeln, zu erforschen, zu bewahren und zu vermitteln. Als städtische Einrichtung repräsentiert das Museum bedeutende Phasen der Kunst- und Kulturgeschichte, die jahrhundertealte Stadtgeschichte Sinzigs sowie das vielfältige kulturelle Erbe der umgebenden Landschaft, welches von den prähistorischen Epochen über die Römische Kaiserzeit bis in das Mittelalter und die Neuzeit reicht.
Dabei bilden die römische Ziegelei und spätere Terra-Sigillata-Manufaktur einen besonderen Schwerpunkt. Die Lage der zeitlich aufeinanderfolgenden Betriebe unmittelbar um Ufer des Rheinstroms bescherte diesen eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung für den Handel mit dort hergestellten Ziegeln und Keramikgefäßen während des 1. bis 2. Jahrhunderts n. Chr. Darüber hinaus wurde das Rhein-Ahr-Gebiet während der Römischen Kaiserzeit und der anschließenden Spätantike intensiv besiedelt. Zahlreiche ländliche Gutshöfe prägten zusammen mit einigen bedeutenden Gräberfeldern sowie dem römischen Auxiliarkastell Rigomagus (Remagen) das antike Landschaftsbild.

Die Rekonstruktion der römischen Besiedlung an Rhein und Ahr während des 2. Jahrhunderts n. Chr. Grafik: Andreas Schmickler, Kirchdaun

Vortrag 17.09.2026, 18:15 Uhr, PD Dr. Armin Becker – Neue Forschungen in der CUT. Ein Überblick

Donnerstag, den 17. September 2026, 18:15 Uhr

Vortragssaal im LVR-Landesmuseum Bonn, Colmantstr. 14 – 16, 53115 Bonn

PD Dr. Armin Becker (LVR-APX, Xanten)

Neue Forschungen in der CUT. Ein Überblick

Der LVR-Archäologische Park Xanten mit Römermuseum (LVR-APX) hat die Aufgabe, die römische Stadt Colonia Ulpia Traiana (CUT) zu schützen, zu erforschen und zu präsentieren. In diesem Zusammenhang entsteht derzeit eine GIS-Datenbank (CUT-GIS), deren Grundlage die Erfassung von mittlerweile über 2000 archäologischen Grabungen, aber auch Verlustflächen ist. Zusätzlich zu den bereits existierenden digitalen Messdaten (CAD, MapInfo) wurden dazu über 10000 analoge Befundzeichnungen vektorisiert und in den Gesamtplan eingearbeitet. Neue Ausgrabungsdokumentationen werden überwiegend digital erstellt und in das CUT-GIS übernommen. Neben weiterhin notwendigen gezielten Ausgrabungen etwa im Vorfeld erforderlicher Infrastrukturmaßnahmen oder geplanter Rekonstruktionen steht die zerstörungsfreie geophysikalische Prospektion im Vordergrund der Forschungsmaßnahmen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die jüngsten Ausgrabungen innerhalb der CUT und über die geophysikalischen Prospektionsergebnisse der letzten Jahre. Gerade diese haben unser Bild vom Zentrum der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana tiefgreifend verändert.

Das Bild entstammt einer Serie von 210 Luftbildern, die Dr. Baoquan Song, Ruhr Universität Bochum – Institut für Archäologische Wissenschaften Fach Ur- und Frühgeschichte, im Jahr 2023 über dem Gelände der CUT und der Stadt Xanten aufnahm. (LVR APX Song 11/2023)