Vortrag 15.10.2026, 18:15 Uhr, Dr. Gabriel Heeren – Ziegel und Terra Sigillata aus Sinzig. Die römische Besiedlung im Rhein-Ahr-Gebiet

Donnerstag, den 15. Oktober 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal I des AVZ III, Römerstr. 164, 53117 Bonn

Dr. Gabriel Heeren (Museum Schloss Sinzig)

Ziegel und Terra Sigillata aus Sinzig. Die römische Besiedlung im Rhein-Ahr-Gebiet

Das Museum Schloss Sinzig hat den Auftrag, das kulturelle Erbe im Rhein-Ahr-Gebiet zu sammeln, zu erforschen, zu bewahren und zu vermitteln. Als städtische Einrichtung repräsentiert das Museum bedeutende Phasen der Kunst- und Kulturgeschichte, die jahrhundertealte Stadtgeschichte Sinzigs sowie das vielfältige kulturelle Erbe der umgebenden Landschaft, welches von den prähistorischen Epochen über die Römische Kaiserzeit bis in das Mittelalter und die Neuzeit reicht.
Dabei bilden die römische Ziegelei und spätere Terra-Sigillata-Manufaktur einen besonderen Schwerpunkt. Die Lage der zeitlich aufeinanderfolgenden Betriebe unmittelbar um Ufer des Rheinstroms bescherte diesen eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung für den Handel mit dort hergestellten Ziegeln und Keramikgefäßen während des 1. bis 2. Jahrhunderts n. Chr. Darüber hinaus wurde das Rhein-Ahr-Gebiet während der Römischen Kaiserzeit und der anschließenden Spätantike intensiv besiedelt. Zahlreiche ländliche Gutshöfe prägten zusammen mit einigen bedeutenden Gräberfeldern sowie dem römischen Auxiliarkastell Rigomagus (Remagen) das antike Landschaftsbild.

Die Rekonstruktion der römischen Besiedlung an Rhein und Ahr während des 2. Jahrhunderts n. Chr. Grafik: Andreas Schmickler, Kirchdaun

Vortrag 17.09.2026, 18:15 Uhr, PD Dr. Armin Becker – Neue Forschungen in der CUT. Ein Überblick

Donnerstag, den 17. September 2026, 18:15 Uhr

Vortragssaal im LVR-Landesmuseum Bonn, Colmantstr. 14 – 16, 53115 Bonn

PD Dr. Armin Becker (LVR-APX, Xanten)

Neue Forschungen in der CUT. Ein Überblick

Der LVR-Archäologische Park Xanten mit Römermuseum (LVR-APX) hat die Aufgabe, die römische Stadt Colonia Ulpia Traiana (CUT) zu schützen, zu erforschen und zu präsentieren. In diesem Zusammenhang entsteht derzeit eine GIS-Datenbank (CUT-GIS), deren Grundlage die Erfassung von mittlerweile über 2000 archäologischen Grabungen, aber auch Verlustflächen ist. Zusätzlich zu den bereits existierenden digitalen Messdaten (CAD, MapInfo) wurden dazu über 10000 analoge Befundzeichnungen vektorisiert und in den Gesamtplan eingearbeitet. Neue Ausgrabungsdokumentationen werden überwiegend digital erstellt und in das CUT-GIS übernommen. Neben weiterhin notwendigen gezielten Ausgrabungen etwa im Vorfeld erforderlicher Infrastrukturmaßnahmen oder geplanter Rekonstruktionen steht die zerstörungsfreie geophysikalische Prospektion im Vordergrund der Forschungsmaßnahmen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die jüngsten Ausgrabungen innerhalb der CUT und über die geophysikalischen Prospektionsergebnisse der letzten Jahre. Gerade diese haben unser Bild vom Zentrum der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana tiefgreifend verändert.

Das Bild entstammt einer Serie von 210 Luftbildern, die Dr. Baoquan Song, Ruhr Universität Bochum – Institut für Archäologische Wissenschaften Fach Ur- und Frühgeschichte, im Jahr 2023 über dem Gelände der CUT und der Stadt Xanten aufnahm. (LVR APX Song 11/2023)

Vortrag 09.07.2026, 18:15 Uhr, PD Dr. Thomas Otten – Das mittelalterliche jüdische Viertel in Köln – von der Ausgrabung zum Museum

Donnerstag, den 09. Juli 2026, 18:15 Uhr

Hörsaal I der Römerstraße 164

PD Dr. Thomas Otten (MiQua Köln)

Das mittelalterliche jüdische Viertel in Köln – von der Ausgrabung zum Museum

Zentral in der Kölner Altstadt, direkt auf dem Rathausplatz, entsteht das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln. In einem unterirdischen Rundgang wird hier zukünftig auf mehr als 6.000 m² die 2000-jährige Kölner Stadtgeschichte für die Besuchenden sichtbar und erlebbar. Nach den kriegsbedingten Zerstörungen der Kölner Innenstadt traten hier bei Ausgrabungen 1953 und dann vor allem seit den 1990er Jahren aufsehenerregende Befunde zutage, angefangen beim Palast des römischen Statthalters, dem Praetorium, bis hin zum mittelalterlichen jüdischen Viertel und dem christlichen Goldschmiedeviertel. Über diesen archäologischen Denkmälern wird seit 2015 ein neues Museumsgebäude errichtet, das neben einem Dauer- und Wechselausstellungsbereich zur Jüdischen Geschichte Kölns Einblicke in die Archäologie des Untergrunds ermöglicht, darunter die mittelalterliche Synagoge und das jüdische Ritualbad, die Mikwe. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Denkmäler, das Museumskonzept und den aktuellen Stand der Baustelle..

 

© Wandel Lorch Götze Wach